On the Road: Korea

by on under Personal
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Das Wintersemester 2012 endete in Korea am 21. Dezember. Wie auch viele andere Austauschstudenten verließ ich Daegu an Heilig Abend. Für mich geht es jedoch nicht zurück in die Heimat. Bis dahin sind noch gut drei Wochen Zeit um Korea und Asien zu bereisen.

Jejudo

Als erstes führt es mich auf die wohl bekannteste Koreanische Insel, Jejudo. Nach einem sonnigen Daegu werde ich hier vom Schnee überrascht. Für etwa 30 Minuten gab es dann auch schneebedeckte Palmen zu bestaunen, bevor alles vorüber war. Nachdem ich mich vorsorglich mit warmer Kleidung im lokalen Home Plus eingedeckt habe, ging es zum Hostel. Diesen Abend wurden im lokalen Fernsehen vom Schnee und Wirbelstürmen berichtet, welche Chaos auf den Straßen in Jeju verursachten.

Nichtsdestotrotz stand nächsten Tag die Besteigung des höchsten Berges Südkoreas auf dem Plan. Hallasan. Zusammen mit drei Koreanern aus dem Hostel ging es Morgens um 6 Uhr los. Das Wetter hatte sich im Vergleich zum Vortag nicht verbessert, so dass wir bei mindestens 10 cm Neuschnee auf dem Vulkan unterwegs waren. Gute Schuhketten bzw. Spikes sind hier eine wahre Hilfe.

Für Tag 2 und 3 auf Jejudo war sonnig/bewölktes Wetter angesagt. Perfekt für eine Radtour. Mit einem gemieteten Roadbike begann die Tour um die Insel. Radfahrer sind auf Straßen/Radwegen bzw. dem Olle-Trail unterwegs. Sehr beliebt ist auch auf den Olle-Trails zu wandern. Diese Trails führen meist direkt an der Küste entlang und sind auch nicht immer mit dem Rad zu befahren. Nach zwei Tagen und 220km war auch diese Tour beendet. Rechtzeitig, bevor Abends der Regen einsetzte, saß ich im Flugzeug Richtung Seoul.

Seoul

Seoul und deren umliegenden Städte beheimaten etwa 50% der koreanischen Bevölkerung. Eine sehr hektische und mit Menschenmassen überfüllte Stadt. In den zwei Tagen, die ich in Seoul verbrachte ging es daher zuerst einmal zu einem außerhalb gelegenen Berg und Tempel. Auf dem Dobongsan fand ich auch den ersten richtigen Klettersteig in Korea. Meistens sind die Wanderwege hier sehr gut ausgebaut und an steilen Stellen sind so gut wie immer Treppen zu finden. Hier gab es dagegen einen Weg zwischen zwei Gipfeln, der ohne die angebrachten Geländer und Seile nicht als Weg erkannt werden würde.

Tags darauf war ich in der Stadt beim Sightseeing unterwegs. National Musuem, traditional Market, COEX Shopping Mall, Kimchi Musuem, etc. Nach den typischen Touristenaktivitäten war ich froh, die Stadt mit Aussicht auf eine 2-Tages Trekking Tour zu verlassen.

Gwangju

Gwangju ist hauptsächlich bekannt für ein historisches Ereignis, dem May 18 Massacre. Ich gönnte mir also einen Tag politisch historische Bildung. Dies war sogar passend zur aktuellen politischen Lage mit der neu gewählten Presidentin Park. Deren Vater fiel als letzter Diktator vor der Zeit des Gwangju Massacre einem Attentat zum Opfer. In der darauf folgenden instabilen politischen Situation gab es Aufrufe zur Demokratisierung. In Gwangju setzten sich Studenten für die Demokratie ein, wurden jedoch vom Militär unterdrückt. Dies kam in Korea zu Aufsehen und leitete den Beginn der Demokratisierung ein. Für weitere Informationen sei auf Wikipedia verwiesen.

Jirisan

Jirisan ist der größte Nationalpark in Korea. Hier ist auch der zweithöchste Berg Südkoreas, der Cheonhwangbong Peak mit 1915m. Die populärste Trekking Route in Jirisan verläuft über 25km quer durch den Park von West nach Ost. Nicht einberechnet sind hier der Aufstieg und Abstieg bis zu dem Höhenwanderweg.

Für den 31. Dezember hatte ich bereits im voraus einen Platz in der Byeoksoryeong Shelter gebucht. Bei strahlendem Sonnenschein ging die Wanderung in Gurye los. Erst spät Nachmittags kam Wind und Schnee auf. Die gut beheizte Hütte wurde gegen 6 Uhr erreicht. In vielen der Nationalparks in Korea sind diese Shelter bzw. Hütten vorhanden. Diese sind lediglich für Übernachtungen gedacht und bieten sonst kaum einen Service. WC ist außerhalb, Duschen sind nicht immer vorhanden und als Essen wird (manchmal) Ramen verkauft. Heißes Wasser für die Ramen muss man sich jedoch selbst machen. Übernachtet habe ich in einem Raum, der maximal 42 Personen fasst. Es waren allerdings nur etwa 20 Personen einquartiert. An den Herbstwochenenden sind die Shelter dagegen meist vollkommen ausgebucht.

Nach einem nur mäßigen Schlaf ging es am zweiten Tag bei Wind und Schnee bis zum Cheonhwangbong und von dort zum nächstgelegenen Bus Terminal. Nach zwei Tagen und 45km Wanderung im Schnee verließ ich Jirisan so schnell wie möglich gen Süden.

Busan

Nach den zwei Tagen Schneewandern war erst einmal relaxen angesagt. Untergebracht in einem Hostel an der Haeundae Beach war dies auch perfekt möglich. Im Gegensatz zur Sommerzeit wirkt Haeundae Beach im Winter wie ausgestorben. Busan ist zwar die zweitgrößte Stadt Südkoreas, aber dennoch viel entspannter als Seoul. Busan ist vor allem auch eine Touristenstadt. Es finden sich hier deutlich mehr westliche Restaurants als z.B. in Daegu. Auch ist Englisch weitaus häufiger anzutreffen. Nach vier Monaten in Daegu ist es doch ein etwas ungewohntes Feeling im Convenience Store auf Englisch angesprochen zu werden.

Die Weihnachtszeit reicht auch hier noch bis in den Januar. Eine Straße ist in Busan besonders ausgiebig für Weihnachten hergerichtet. Selbst die Weihnachtsgeschichte ist hier in Neonbeleuchtung anzutreffen.

Damit ist meine Korea Reise beendet und es ging für zwei letzte Nächte nach Daegu und schließlich zum Flughafen nach Incheon. Von dort bin ich nun unterwegs nach Hong Kong und bin gespannt was diese Stadt zu bieten hat.

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