Holidays

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In der Zeit vom 29. September bis 3. Oktober ist an der Keimyung University unterrichtsfrei. Grund dafür: 2 Feiertage, Chuseok (29.09. - 01.10.) und der Koreanische Nationalfeiertag (03.10.).

Chuseok – Das Koreanisches Erntedankfest (30.09.2012)

Chuseok ist in Korea das zweitwichtigste Fest nach Neujahr. Es entspricht dem in China gefeierten Mondfest. Zu diesem Anlass reisen viele Koreaner in Ihre Heimatorte um Ihre Familien zu besuchen. Folge ist, dass Züge oft ausgebucht sind und man mit dem Auto doppelt so lange auf den Autobahnen/Expressways unterwegs ist.

Traditionell werden an dem Fest die Vorfahren geehrt und es wird Ihnen für die erbrachte Ernte gedankt. Dazu wird ein Tisch mit Essen hergerichtet. Darauf befindet sich überwiegend Obst (z.B. äpfel, Birnen, Mandarinen, Melonen, …), aber auch Fleisch und Fisch. Die einzelnen Gerichte auf dem Tisch haben alle einen bestimmten Platz, so dass der Tisch jedes Jahr gleich bzw. sehr ähnlich aufgebaut ist. Sobald alle Familienmitglieder versammelt sind beginnt die Zeremonie. Üblicherweise wird dabei die traditionelle Koreanische Tracht (Hanbok) getragen. Durch das Anzünden eines Räucherstäbchens wird ausgedrückt, dass die Seele der Vorfahren anwesend ist. Danach wird Ihnen zusätzlich zum Essen ein Glas Wein auf dem Tisch hergerichtet.

Die Ehrung bzw. Anbetung wird anschließend von den angehörigen Männern durchgeführt. Dies ist beispielsweise ein zweimaliges niederknien. Nach der ersten Ehrung wird eine Zeit lang gewartet, bis die Vorfahren an dem vorbereiteten Tisch gespeist haben. Die Zeremonie endet mit einem erneuten zweimaligen niederknien.

Nach der Zeremonie wird das Essen von den Frauen im Haus zubereitet, d.h. es wird in mundgerechte Stücke zerschnitten. Während dem Essen muss beachtet werden, dass jede Generation an einem eigenen Tisch speist und die Frauen sich in der Küche befinden.

Weitere Information zu Chuseok können z.B. auf visitkorea.or.kr abgerufen werden. Der beschriebene Ablauf ist nur beispielhaft, wie ich es persönlich in einer eher traditionellen Familie erlebt habe. Je nach Familie unterscheiden sich die Bräuche und v.a. auch die Stellung der Männer und Frauen. Die praktizierte Religion der Familien trägt dabei ebenfalls eine maßgebliche Rolle.

Im Vergleich dazu, war Chuseok bei einer evangelischen Pastorin lediglich als ein get-together gedacht, ohne weitere Zeremonie. Ähnlich ist jedoch überall das Essen: Songpyeon (Reiskuchen), überbackener Fisch bzw. Zucchini und Japchae.

üblicherweise werden an Chuseok die Friedhöfe besucht und die Gräber hergerichtet. Einen Friedhof wie in Deutschland habe ich bisher noch nicht gesehen. Stattdessen sind auf den umliegenden Bergen die Gräber verteilt. Zum Teil besitzen Familien auch einen eigenen Berg, an dem ausschließlich Familienangehörige beerdigt werden. Ein guter Platz für ein Grab ist an einem Berg, mit möglichst guter Aussicht und wenn möglich einem Fluss/Gewässer am Fuß des Berges. Die Kombination Berg und Fluss bietet besonders viel Energie.

2. Oktober

An dem Brückentag zwischen Chuseok und dem Nationalfeiertag gab es einen Ausflug in ein kleines Dorf im Süden von Daegu (Mabijeong – 마비정). Das Dorf ist bekannt für viele Wandmalereien und stellt das Leben in Korea zwischen 1960 und 1980 dar.

Abgeschlossen wurde der Tag mit einer kleinen Fahrradtour entlang des Nakdonggang, einem Fluss der sich aus dem Nordosten Südkoreas über 500 km bis nach Busan erstreckt. Entlang dieses Fluss verläuft ein sehr gut ausgebauter Radweg, welcher im Zuge des 4Rivers Projekts entstanden ist. Durch dieses Projekt sollen verschiedene Flüsse revitalisiert und als touristische Attraktionen aufbereitet werden.

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